Das Problem c''... und die Lösung Döhnert-Reißner-Mechanik

Sie träumen davon, dass das c'' auf Ihrer Oboe so schön klingt wie das a' oder das h', problemlos intoniert und sich in die Reihe der benachbarten Töne sauber einfügt, ohne Kopfstände bei Rohrbau und Ansatz? -- So ein c'' ist auf Ihrer Oboe nicht zu finden?

Dann spielen Sie doch einmal ein h' und drücken seitlich mit der Wippe das Halbtonloch für c'' auf! Der rechte Zeigefinger schwebt über der Klappe.
Oboe mit aufgedrueckter Wippe Hören Sie?

Sie wollen dieses c'' haben, ohne eine neue Griffweise erlernen zu müssen, ja ohne jegliche Änderung Ihres Spielgefühls? Unsere DR-Mechanik (kurz für Döhnert-Reißner-Mechanik) macht's möglich. Wir verleihen umgebaute Instrumente um Sie zu überzeugen und versehen auf Wunsch auch Ihr Instrument mit der neuen DR-Mechanik, ob Vollautomatik oder Halbautomatik, ob Oboe, Oboe d'Amore oder Englischhorn.

Wie die DR-Mechanik funktioniert


Die DR-Mechanik öffnet und schließt die Tonlöcher bei üblicher Griffweise so, als würden Sie das c'' mit der Wippe seitlich spielen: Wenn Sie das c'' spielen, öffnen sich nur das c-Tonloch und das b-Tonloch, aber das g-Tonloch, das klassischerweise unter dem rechten Zeigefinger liegt, schließt sich nicht: Es ist seitlich versetzt und wird mit einer zusätzlichen Klappe bedient. Auf alle anderen Töne hat die DR-Mechanik keine Auswirkungen.

Und so sieht sie aus:

Döhnert-Reißner-Mechanik

Wer wir sind

  • Ernst Reißner (0174-39 18 173): Mathematiker, Mitglied des Instituts für Musikinstrumentenforschung 'Georg Kinsky' e.V. Leipzig, hat die DR-Mechanik entworfen und hält das Patent.
  • Uwe Döhnert (0341-14 99 451): Inhaber des Holzblas-Ateliers Leipzig, Holzblasinstrumentenmachermeister und Obermeister der Innung des Musikinstrumentenmacherhandwerks Leipzig, hat die erste funktionierende und serienreife DR-Mechanik gebaut.
... beide passionierte Laienoboisten. Sie erreichen uns parallel unter info[at]doehnert-reissner.de.

So können Sie die DR-Mechanik erwerben

Sie wollen ein Neuinstrument mit der DR-Mechanik erwerben? Derzeit bieten die folgenden Firmen diese Möglichkeit an.

Fragen Sie nach der Döhnert-Reißner-Mechanik, entweder direkt in Como/Tokio oder bei Ihrem Händler.


Bei uns können Sie Ihr Instrument nachträglich mit der DR-Mechanik versehen lassen.

Ein Umbau beinhaltet folgende Schritte:
  • Beratung, um auf Ihre individuellen Ansprüche einzugehen
  • Bohren eines neuen g-Tonloches und Verschließen des ursprünglichen
  • Aufbau der neuen Mechanik mit hochwertigen Klappen
  • Einregulieren der Mechanik sowie
  • Anspielen des Instruments, um die Stimmung und die perfekte Ansprache zu überprüfen

Erkenntnisse

Egal, wie das Instrument ist, der Oboist gewöhnt sich an alles. Er wird eins mit seinem Instrument und kann jedes Defizit mehr oder minder ausgleichen: Man kann am Ansatz arbeiten, mit Abdecken und am Rohr.

Ein Profi, der sich jahrelang mit dem Instrument befasst, kann immer schön spielen. Ein neues Instrument, selbst ein besseres, ist ungewohnt; nach ein paar Minuten findet er aber, dass er weniger Mühe hat.

Für jeden Hersteller gilt: Es gibt immer Oboen, bei denen das c'' gut klingt, unabhängig vom Oboisten, und solche, bei denen es nicht so gut klingt. Es gibt aber zu jeder Oboe einen Oboisten, der sie spielen kann und einen, der damit gar nicht klarkommt...

Instrumente von professionellen Spielern, gar von sehr bekannten mit auffallend gutem c'' sind oft nachgebessert (meistens am Tonloch c'') und so sehr auf den traditionellen Griff angepasst, dass das einfache Hinzufügen der DR-Mechanik den Ton erst einmal verschlechtert. Hingegen ist das einfache Grundinstrument mit DR-Mechanik in aller Regel besser als das nachgebesserte. Nachbesserungen lassen sich rückgängig machen.

Höreindrücke sind immer subjektiv und hängen von Geschmack und Vorlieben des Hörers ab. Dennoch haben wir unser Instrument von unabhängiger Seite, vom Institut für Musikinstrumentenbau IfM an der Technischen Universität Dresden, prüfen lassen. Die Ergebnisse wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Wir haben den wissenschaftlichen Text für den interessierten Musiker bearbeitet und in den nachfolgend genannten Artikel einfließen lassen.

Wir haben nachgewiesen, dass der Ton c'' tatsächlich ein Problem darstellt und dass die DR-Mechanik dieses Problem wirklich löst: Dementsprechend haben wir unsere Erkenntnisse in zwei Teilen als Artikel im Rohrblatt veröffentlicht (Dezember 2015 und März 2016). Hier die Kurzfassung.

  • Der historische erste Teil zeichnet die lange Geschichte des Tones c'' nach und zeigt, dass die DR-Mechanik logischer Schlusspunkt und Vollendung einer langen Entwicklung zu homogenem Klang bei virtuoser Spieltechnik ist.

    Die heute übliche Griffweise für c'' wurde mit dem Konservatoriumsmodell im 19. Jahrhundert eingeführt. Das war zwar eine technische Verbesserung, die damit verbundene Änderung des Klanges wurde aber anfänglich kritisch betrachtet. Unter den vielen Verbesserungsvorschlägen ist die DR-Mechanik aber bislang der einzige, der den ursprünglichen Klang mit der Griffweise des Konservatoriumsmodells verbindet.

  • Der zweite Teil über Akustik zeigt, dass der Klang der neuen Mechanik dem der traditionellen objektiv überlegen ist - sogar mit gedeckter Griffweise - und erklärt, wie die neue Mechanik wirkt. Hier gehen die Ergebnisse des IfM ein.


Das Thema DR-Mechanik wurde auch im Internet schon diskutiert: bei facebook und im Oboen-Blog des Oboisten David Werner.

Danksagungen

Zum Gelingen unserer Arbeit haben viele beigetragen. Wir wollen, grob in der chronologischen Reihenfolge des Beitrages, unseren Dank sagen:
  • Domenico Orlando, Solo-Oboist am Gewandhausorchester zu Leipzig, für seine Bereitschaft, mit uns zu Herstellern zu fahren und unsere Prototypen zu präsentieren und stellvertretend für alle Musiker, die unsere Instrumente angespielt und beurteilt haben.
  • Joost Reijns, Oboenbau, für sein offenes Ohr, für Ermutigung und Beratung und für das Einbringen seiner guten Kontakte.
  • Stephan Pieger, Oboist, Handel und Reparatur von Oboen, für Beratung, Ermutigung und die engagierte Präsentation unserer Instrumente und unserer Ideen.
  • Stephan Bösken, Holzblasinstrumentenmachermeister Meisterwerkstatt für Holzbläser, für die ersten Prototypen und die Korrektur englischer Fachtexte.
  • Professor Josef Focht, Direktor des Grassi Museums für Musikinstrumente der Universität Leipzig, für die Plattform zur Veröffentlichung unserer Ideen, für Einblicke, neue Sichtweisen und viele Anregungen und Korrekturen im Detail.
  • Professor Gregor Widholm, Gründer des Instituts für musikalische Akustik – Wiener Klangstil (IWK), Wien, für kritische Anmerkungen und Korrekturen und Erweiterungen meines Horizontes, was Akustik und die Wiener Oboe angeht.
  • Professor Gunter Ziegenhals, Geschäftsführer des Instituts für Musikinstrumentenbau (IfM) der Technischen Universität Dresden, für seine Geduld mit ständig wechselnden Ideen was man noch messen müsste und wie man die Ergebnisse noch besser darstellen könnte.
  • Dr. Heike Fricke von der Redaktion 'Rohrblatt für ihr Interesse an der Thematik, die unermüdliche Bemühung, meinen Text mit den Augen des Lesers zu sehen, sowie für die Erlaubnis, die beiden Teile des Artikels auf dieser Seite nochmal zur Verfügung zu stellen.
  • David Werner, Oboist, für die Verbreitung unserer Idee in seinem Oboen-Blog.
  • Irmi Baur, Michael Vorleuther und Erico Watanabe für Übersetzungen und Korrekturen.

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